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Léa Stiefel 

Doktorandin an der

 

 

Für eine offene Digitalisierung der Landwirtschaft

Im November 2017 wurde eine erste « Gesamtschau zur Weiterentwicklung der Agrarpolitik » (AP22+) veröffentlicht. Digitalisierung war an erster Stelle in der „Unternehmerischen Entfaltung der Betriebe“ aufgeführt; eines der Hauptziele und eine der größten Herausforderungen betraf die administrative Vereinfachung, insbesondere ohne wiederholte Dateneingabe. Das ADA-Projekt soll dabei – ein landwirtschaftliches Daten-Kommunikations-Netzwerk aufzubauen -, eine Antwort auf diese Herausforderung geben.

Bei einer öffentlichen Präsentation in Bern am 28 Februar erfuhren wir, dass ADA einen „Databus“ für Organisationen und Service Provider erarbeiten will, um Daten austauschen zu können “entsprechend ihren effektiven Bedürfnissen und mit Einwilligung der Landwirte oder anderen Dateneigner in der Wertschöpfungskette“. Ziel: Redundanz und Datenkommunikation transparent zu machen mittels standardisierten Open-Source Komponenten, welche den Anforderungen in Bezug auf Sicherheit und Vertraulichkeit genügen.

Im November wird ADA seine erste öffentliche Version (Release) präsentieren: drei Demo-Apps, die ihre Daten mittels einer mobilen Bewilligungs-App (ADA-App) austauschen und aktualisieren können. Mit der Integration von Demonstratoren (Applikationen, die mit „echten“ Daten arbeiten) werden weitere Versionen erwartet. Sie werden die Vision des Projekts schrittweise vervollständigen und konsolidieren.

Weil ADA einen bedeutenden Teil der Digitalisierung der Landwirtschaft in der Schweiz umfassen könnte, ist das Verfolgen und Erforschen seiner Entwicklungen auch eine Möglichkeit, die Zukunft dieser Digitalisierung zu beeinflussen. Durch die Entwicklung eines landwirtschaftlichen Daten-Kommunikations-Netzwerk bildet das ADA-Projekt ein Netzwerk von Akteuren und Praktiken. Im Mittelpunkt stehen natürlich der Landwirt, aber auch öffentliche und private Organisationen und Softwareentwickler, die von den neuen Möglichkeiten, Daten zu sammeln, speichern, konservieren, teilen und zu valorisieren, profitieren könnten.

Im Hinblick auf eine offene Digitalisierung, könnte es nun nützlich sein, erste gemeinsame Diskussionen zu initiieren, die möglichst nahe mit den Praktiken und Herausforderungen verknüpft sind, welche die zukünftigen Entwicklungen von ADA begleiten werden. Am 28. Februar beispielsweise versprach ADA schnelle, direkte Datenflüsse, die sicher durch die innovative Blockchain-Technologie verfolgt werden können. Es wäre gut zu wissen, wie die verschiedenen Akteure, die unterschiedlich mit digitalen Technologien ausgestattet sind, sich in das Netzwerk integrieren können und welche Anpassungen von ihnen verlangt wird. Die Frage ist um so wichtiger, als ihre Integration von der Möglichkeit abhängen könnte, dass die Akteure bei der Definition und Überwachung von Objekten (z. B. Segmenten), die in ADA ausgetauscht werden, ihre „Stimme“ einbringen können. Ein solches Diskussions-Thema ermöglicht sowohl die technischen Aspekte (welche z. B. die Ebene der Algorithmen oder der Datenbanken betreffen), als auch die sozialen Aspekte (insbesondere organisatorische Aspekte) zusammen zu behandeln, die ja nicht voneinander getrennt werden können.

Léa Stiefel / 01.11.18