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Sehr geehrte Damen und Herren,

Wie am 23. November 2018 versprochen, laden wir Sie gerne zu einer Info-Veranstaltung über dem Stand und der Entwicklung des Projekts ADA ein. Diese findet statt:

Dienstag, 25. Juni 2019, von 09:00 bis 12:00 Uhr

Molkereistrasse 21, 3052 Zollikofen

Das Programm und weitere Informationen werden später zur Verfügung gestellt. Aus organisatorischen Gründen bitten wir Sie, uns bis am 12. Juni Ihre Anmeldung per Mail an info@ada-eda.org mitzuteilen.

ADA-EDA, im kurzen …

Im Sommer 2019 wird im Rahmen des Projekts ADA-EDA («Agrar-Daten-Austausch – Échange de Données Agricoles») eine Applikation eingeführt, mit der jeder Bauer entscheiden kann, an welche Datenbanken seine Daten automatisch übermittelt werden sollen. Das ist eine Schweizer Premiere – vielleicht sogar eine Weltpremiere – eineinhalb Jahre nachdem IP-SUISSE, Agrosolution und einige anderen Partner bekannt gegeben hatten, das Problem der Mehrfacheingabe von Agrardaten lösen zu wollen.

Die ersten an ADA angeschlossenen Datenbanken werden jene von Agrosolution AG, IP-SUISSE, eine kleinere Datenbank der Milchwirtschaft (Aaremilch) sowie ein Demonstrator der Datenbank für Direktzahlungen des Kantons Bern (GELAN) sein. Die betroffenen Landwirte/innen werden über die Verwendungsmöglichkeiten dieser Tools informiert.

Im November 2018 wurde der Bauernschaft und interessierten Verbänden ein Prototyp der App für das Bewilligungs-Management (die sogenannte ADA-App) zu Testzwecken bereitgestellt. Jetzt werden wir diese Tools mit Datenbanken vernetzen, die Produktions- und bestimmte Kontrolldaten enthalten. Anhand der Kontrolldaten können die leider häufigen, kostenaufwendigen und sinnlosen Doppelkontrollen ausgemerzt werden.

Das Projekt geht auf Ende 2017 zurück – erste Versuche wurden sogar schon 2016 gemacht, als IP-SUISSE einen Prototyp zur individuellen Rückverfolgbarkeit von Schweinen mit einem elektronischen Badge geprüft und erstellt hatte. Bei diesem ersten Projekt wollte man dem Landwirt die Wahl der Kennzeichnungstechnologie überlassen. Ausserdem wollte man alle Schritte im Leben des Tiers erfassen, einschliesslich zum Beispiel tierärztlicher Behandlungen, und zwar über die reine Wertschöpfungskette der Fleischwirtschaft hinaus. Diese Idee hat sich durchgesetzt und zum Projekt ADA geführt, das wir hier vorstellen.

Damals wie heute führten viele das Schlagwort der Digitalisierung der Landwirtschaft im Mund und kamen auch gleich mit einer eigenen Lösung zur «Verbesserung» des Datenmanagements. Einige behaupteten sogar, im Namen der Landwirte zu handeln. Uns ist bewusst geworden, dass die meisten dieser «Lösungen» die echten Probleme verkannten: den Aufwand, den die Bauern mit der Datenverwaltung haben, den Datenschutz und den Wert, den ihre Daten haben können, wenn sie richtig verteilt sind. Es hat keinen Sinn, von den Landwirten Daten zu verlangen, die nicht produktiv in die Informatik des Betriebs integriert werden können. Oder noch schlimmer: die Lieferung von Daten aus dem Informatiksystem des Betriebs zu fordern, die aber nicht genutzt werden können, weil weder der Kanton noch der Bund, die Fachverbände, Kontrollinstanzen, Labelorganisationen, Transportunternehmen, Abnehmer oder nicht einmal die Maschinen oder Anlagen im Betrieb etwas damit anfangen können!

Agrosolution und IP-SUISSE, als Bauernverein, haben beschlossen, dieses Problem seriös, umfassend und neutral anzugehen und eine Lösung zu entwickeln, die für die Bauern kostenlos ist. Seriös, weil es unsere Aufgabe ist, die Schweizer Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen und wir seriös daran arbeiten. Umfassend, weil wir tagtäglich mit Tausenden von Landwirten in allen Bereichen der Agrarwirtschaft zusammenarbeiten und wir ihre Bedürfnisse kennen. Neutral, weil wir frei von Bindungen zu privaten oder halbstaatlichen Interessengruppen sind, welche die Produktionsdaten in ihrem Sinn und nicht unbedingt im Sinn der Bauern verwerten möchten. Und ADA ist nicht zuletzt kostenlos für die Bauern. Es werden keine Lizenzgebühren erhoben, der Landwirt muss keine Software kaufen.

Die drei Funktionen in ADA sind «Bewilligung» (der Bauer entscheidet, zwischen welchen Datenbanken seine Daten ausgetauscht werden dürfen, «Übermittlung» (die Daten, für die er die Bewilligung gegeben hat, werden von einer Datenbank auf die andere übertragen) und «Rückverfolgbarkeit» (die für eine gute Rückverfolgbarkeit der Produkte und Produktionsmethoden entscheidenden Daten können über die gesamte Wertschöpfungskette vom Betrieb bis zum Verbraucher zurückverfolgt werden).

Mit ADA wollen wir eine Umkehrung der bisherigen Logik, wonach der Bauer verpflichtet ist, administrative Daten zu liefern, um zu belegen, dass er seinen Beruf so ausübt, wie es die Gesellschaft von ihm erwartet. Dies gibt es sonst nirgends – nicht einmal im Gesundheitswesen. Für uns müssen alle Daten, die im Hof, im Feldbuch, in der Düngerbilanz, beim Melkroboter, Traktor, den Sensoren der verschiedenen Maschinen und Anlagen generiert werden, Beweis genug sein, dass die Bäuerin, der Bauer engagiert an der Herstellung hochwertiger, umweltgerechter und tierfreundlicher Produkte arbeitet. Wenn diese Daten während des Produktionsprozesses entstehen, für den Betrieb nützlich und zudem verfügbar sind, sollten sie externen Akteuren übermittelt und verarbeitet werden können, damit diese ihre Kontroll- und Verwaltungsaufgaben besser wahrnehmen können, ohne dass die Bäuerinnen und Bauer deswegen einen Mehraufwand haben. Dabei sollte stets im Auge behalten werden, dass darunter Daten sind, die sensibel sind, und die Bäuerin, der Bauer sollte stets entscheiden können, ob und wem die Daten zu welchem Zweck übermittelt werden.

Das ist die Zielsetzung von ADA-EDA, die wir nach und nach umsetzen. Wir sind die Digitalisierung zum Wohl der Mitglieder und gemäss den Vereinszielen von IP-SUISSE angegangen. Das Interesse, das unser Projekt auf Behördenseite und bei anderen Vertretern aus dem Agrar- und Lebensmittelsektor hervorruft, ist für uns das Zeichen, dass wir auf die richtige Strategie gesetzt haben, nämlich dem Dateneigentümer, d. h. dem Landwirt, wieder die Kontrolle über seine Daten zurückzugeben, ohne dass er dafür noch zur Kasse gebeten wird.

Wir freuen uns, uns mit Ihnen darüber auszutauschen und Sie bei diesem neuen Ansatz in der Digitalisierung des Landwirtschaftsbetriebs zu begleiten.

Alain Sandoz

Projektleiter

http://www.ada-eda.org

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